Lage

Hart (Veranstalter) und Trillfingen (Start-/Zielort) sind Stadtteile von Haigerloch, das in zwei tief eingegrabenen Schlingen des Eyachtals liegt. Das Szenario befindet sich im westlichen Zollernalbkreis, wenige Fahrminuten von der A 81 entfernt.

Links

Stadt Haigerloch

Schloss Haigerloch


Strecke

Aufgrund heißer Wetterprognosen machten wir uns diesmal für unsere Verhältnisse früh auf den Weg, waren aber trotzdem eher unter den Spätstartern : Die ersten Extrem-Früh-Wander-Vögel waren bereits am Ziel, während wir uns auf die dreigeteilt scheinende Strecke machten.

Teil 1 -- wunderschön und abwechslungsreich: Die kurze Durchwanderung von Trillfingen überzeugt durch das Kirchturm-Türmchen sowie ungewöhnlich großes Sandkastenspielzeug und führt schon bald ins freie Feld. Das Thermometer zeigte bereits deutlich höhere Werte an als die Uhr, sodass der Teilnehmer auch über sehr kurze Schattenspenden sehr erfreut war . Feldkreuz und Naturdenkmal erfreuten ebenso wie die Tatsache, dass die zu bewandernde Kreisstraße nur sehr spärlich befahren war .

Der weitere Verlauf führte über Feld und Flur , von weit her grüßte die Burg Hohenzollern , die wir bei der DVV-Wanderung DVV-Wanderung [Stetten] näher kennen lernen durften. Überraschend ist die zweite Kontrollstelle: Zum einen taucht sie unerwartet früh auf, zum anderen führt die 20-Kilometer-Strecke sehr individuell durch einen privaten Garten . Da sich die Anzahl der 20-km-Absolventen wie immer in sehr bescheidenem Rahmen bewegte, dürfte der Rasen seinen Dienst gut verkraftet haben. Nach einer -- wiederum sehr interessanten und kurzen -- Ortsdurchquerung ging die Wanderung durch Feld und Flur langsam in Teil 2 über.

Teil 2 -- für Freunde des Straßenverkehrs: Nach viel herrlicher Natur durften wir jetzt ein nicht mehr ganz so spärlich befahrene Landesstraße begleiten . Dieser Straßenbegleit-Service nahm leider erst nach fast eineinhalb Kilometern ein Ende , um nach kurzem Feldweg auf die nächste Straße zu führen . Die nächste halbe Stunde durften wir uns über/auf eine(r) Kreisstraße sowie die Zufahrtsstraße Richtung Haigerlocher Schloss freuen. Kurz vor dem Schloss bog der DVV-Weg ab, sodass der neugierige Wanderer keinen Schlossblick genießen musste, sondern stattdessen über die vor ihm liegende Wegführung rätseln konnte. Ein Blick auf die Karte zeigte nämlich, dass der Strecke "eigentlich" keine andere Möglichkeit blieb, als wieder schnurstracks Richtung Start-/Zielhalle zu führen. So waren wir sehr gespannt, wie Teil 3 das letzte Drittel der Strecke führen würde.

Teil 3 -- gab es nicht.
Für uns unglaublich: Nach (gemessenen) 12,9 Kilometern wurde die Wanderung als beendet erklärt (und trotzdem 20 km bescheinigt)! Die Veranstaltung hält damit den Negativrekord für die "falscheste" Streckenlänge aller bisher besuchten Wanderungen. Enttäuschend!

Fazit: Der erste Teil (die erste Hälfte) war hervorragend gewählt und hat sehr viel Spaß gemacht. Teil bzw. Hälfte 2 fiel dagegen etwas ab, weil es für des Autors Geschmack doch zuviel der "verkehrsgünstigen Lage" war. Dass das letzte Drittel komplett fehlte, trug nicht gerade zur Begeisterung über die Streckenführung bei.

Es ist sehr zu wünschen, dass die Teile 2 + 3 -- wodurch auch immer bedingte -- einmalige Ausrutscher waren. Teil 1 hat ja gezeigt, dass Haigerlich und Umgebung für eine korrekt gelenkte und gelängte Wanderstrecke sehr gut geeignet wären...

Organisation

Freundlicher Parkplatz-Einweis-Service, Sitzplätze in und vor der Halle, einwandfreie Wegweisung , attraktiv gelegene und sympathisch besetzte Kontrollstellen: Soweit wäre "eigentlich" alles gut gewesen.

Das große ABER ist die ungefragte Streckenkürzung von 20 auf 13 Kilometern. Das mag dem einen oder anderen aufgrund der Hitze vielleicht ganz sympathisch gewesen sein. Ich möchte aber doch gerne selbst entscheiden, ob und wann ich mir welche Strecke zumute. Hier kann nicht mal das [Burgstettener] Argument zählen, die Strecke habe sich aus Temperaturgründen zusammengezogen ...

Unsere kurze Anreise fällt diesmal nicht ins Gewicht. Aber wie haben es wohl die vielen, weit Angereisten empfunden, die so um ein Drittel des Wandervergnügens gebracht wurden? Man mag ja kaum noch weiter entfernte Veranstaltungen bereisen, wenn man nicht weiß, um wieviel zu kurz die Strecke diesmal ist...

Unter diesem Umständen wollte auch die Zielbratwurst nicht so richtig munden, obwohl der Autor die dafür notwendigen Gerätschaften bereits beim Start besichtigt und sich entsprechend vorgefreut hatte. Schade.

Bewertung

Zuerst sehr schöne, dann etwas nachlassende Streckenführung und sehr mangelhafte Streckenlänge, andererseits sehr freundliche Helfer -- das gibt gerade noch:


BTW: Selbst 13 Kilometer wandern für 20 Kilometer Gutschrift sind manchen Wander-"Sportler" noch zu viel Aufwand: Wer sich per Handy die Kontrollstellenpositionen durchgeben lässt, klappert sie auf direktestem Wege ab und muss nur noch 9 Kilometer absolvieren. Konsequenterweise würde ich die Kontrollstellenvisiten dann noch mit dem gut klimatisierten Auto durchführen und hätte damit die effizienteste Form des "Wanderns" umgesetzt...