Lage

Flacht ist ein Ortsteil der Gemeinde Weissach, liegt im hügeligen Heckengäu westlich von Leonberg und gehört zum Kreis Böblingen.

Links

Gemeinde Weissach


Strecke

Der Start beeindruckte nicht nur durch die sehr schicke Strudelbachhalle , sondern auch durch die Anwesenheit des Abzeichenwarts. So konnten wir mit einer Woche Verspätung unsere erste Auszeichnung entgegennehmen und uns wohlgelaunt auf den Weg machen. Dieser führte zunächst ins nahe Weissach, um dort mittels "U Turn" wieder gen Flacht zurückzuschwenken. Dorthin begleitete uns (vermutlich) der Strudelbach, dessen landschaftlich ansprechendes Flussbett eine sehr schöne Streckenführung versprach.

Dieses Versprechen wurde gehalten: Nach kurzer Passage war Flacht durchquert, nicht ohne durch eine hübsche Kirche , einen interessanten Brunnen und wenig originelle Straßennamen zu unterhalten. Allerdings musste der kalauernde Wanderer feststellen, dass die Umgebung von Flacht überraschend hügelig war . Doch nicht jedem Sportwagenhersteller scheinen diese Hügel auszureichen -- Grund, noch ein paar Extra-Hubbel aufzuschütten, die das streckennah gelegene Testgelände schmückten .

Schmucklos präsentierte sich allerdings ein ebenfalls streckennaher Wanderparkplatz, an der aufgrund einer nicht näher zu kommentierenden Fehlinformation durchaus eine Curry-Wurst hätte feilgeboten werden können . Diese Enttäuschung wurde wenige Kilometer später durch eine sehr ansprechende Kontrollstelle nebst sehr wohlschmeckender Bratwurst und potentiell schöner Aussicht wettgemacht .

Die Stärkung war auch dringend notwendig, denn unmittelbar anschließend stellte die Streckenwahl eine intellektuelle Herausforderung der besonderen Art: Die 20-Kilometer-Strecke war einer großen "8" nachempfunden, sodass etliche Meter zweimal zu passieren waren und es an der Schlüsselstelle die richtige Abzweigung zu nehmen galt .

Hatte man diese Herausforderung gemeistert, führte die "8" bald in einen Wald , der mit sehr viel Ruhe, Landschaft und einer sehr interessanten Kontrollstelle aufwartete. Darauf folgte Wald, Wald und noch mehr Wald , um schließlich den ersten Bogen der "8" zu beschließen.

In dem Wissen, aufgrund der Streckenführung in Kürze wieder die Schlüsselstelle passieren zu müssen, sah sich der Wanderer genötigt, sich erneut Energie zuzuführen. Aufgrund eines Senfengpasses musste der "Energieriegel" diesmal mit Ketchup garniert werden -- würde der DVVler dadurch nicht noch mehr verwirrt werden? Wer hier versehentlich falsch abbiegt , absolviert die Wald-viel-Wald-sehr-viel-Wald-Schleife doppelt...

Doch Glück gehabt: Der Orientierungssinn funktionierte noch einigermaßen zuverlässig -- auch wenn die digitale Navigationsunterstützung aufgrund mangelnder Akkukapazitäten ihren Dienst versagte. So ging es ordnungsgemäß stetig bergab nach Weissach. Die Durchquerung war lang, aber kurzweilig: Die Fassaden der Wohnhäuser waren deutlich farbenfroher, als es der Ortsname erahnen ließ; auch sonst erfreute mancher Anblick das Wanderauge.

Noch erfreulicher stimmte der vierte Kontrollposten: Unser Mitmarschierer hatte das Glück, der eintausendeinhundertelfte Teilnehmer zu sein, was in weiten Teilen der Bevölkerung als "Schnapszahl" gilt und einschlägigen Getränkekonsum nach sich zog . Derartig beschwinkt konnte sich der Autor gerade noch davon abhalten, ein im Vorfeld herbeigewünschtes und nun tatsächlich vorhandenes Sofa zu okkupieren.

So lernten wir, dass der Weissacher nicht mehr Phantasie für die Benennung seiner Straßen aufbringt als der Flachter Nachbar und Reisetauben (evtl. aus Vogelgrippegründen?) durchaus komfortabel im Kabinenexpress zu reisen pflegen . Um diese Erkenntnisse schlauer konnten wir dem zu früh erreichten Ziel zustreben , um die Nachwirkungen des eintausendeinhundertelften Kontrollstempels durch leckere Backwaren zu dämpfen.

PS: Die hügelige Landschaft rund um Flacht und Weissach verlangt nicht zwingend einen Porsche Cayenne. Auch eine handelsübliche A-Klasse kann sich -- allen Gerüchten zum Trotz -- als ungewöhnlich kippsicher erweisen .

Fazit: Mehrere Novums/Novi/Novumme/Nova [?] prägten diesen Tag: Eine interessante "8er"-Streckenführung, dadurch doppelt zu besuchende Kontrollstellen, dadurch doppelt zu essende Bratwürste; insgesamt vier Kontrollstellen; schnapszahlbedingter Schnaps. Diese überzeugenden "Features" sowie die bisher attraktivste Strecke unseres DVV-Lebens bereiten viel Freude -- selbst wenn das Wetter nicht ganz ideal ist. So macht DVV-Wandern Spaß und Lust auf mehr!

Organisation

Die Halle war beeindruckend und die Ausschilderung makellos , das kulinarische Angebot hervorragend (leichte Abzüge lediglich in der B-Note wegen der erschöpften Senfflasche). Ein großes Lob auch an die Streckenführung -- sie bot sehr viel Natur und trotz kritischer Wetterbedingungen durchweg hervorragend begehbare Wege. Kein großes Lob gibt's leider für die Streckenlänge -- da haben doch etliche Meter gefehlt, die nach Einschätzung des Autors in den Tiefen des Waldes durchaus zu realisieren gewesen wären. Zugegebenermaßen kam das dem Autor aufgrund der Ereignisse an der vierten Kontrollstelle nicht ungelegen, aber wir wollen uns ja nicht alkoholbedingt korrumpieren lassen...

Bewertung

Beste Strecke, hervorragende Organisation, großartige Bratwürste und der 1111. Teilenehmer -- reicht da die bisherige Bewertungsskala überhaupt aus? Ja, wenn die Strecke und die Senfvorräte zu kurz geraten. Daher "nur" sensationelle